Jornal Evangélico Luterano

Ano 2016 | número 795

Sábado, 24 de Julho de 2021

Porto Alegre / RS - 23:31

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Auf nach Galiläa!!!

   Nach Galiläa sollten Jesu Jünger gehen. Und wohin gingen sie? Sie gingen in die entgegengesetzte Richtung und versteckten sich in Jerusalem hinter verschlossenen Türen und Fenstern.

Aber

   zum Glück gingen einige dann doch nach Galiläa (Mt 28,16). Jesus hatte es ihnen ein paar Mal gesagt und dann noch ein paar Mal sagen lassen und endlich machten sich einige von ihnen auf nach Galiläa. Laut dem Evangelisten Johannes waren es sechs Apostel und dazu noch Natanael. Ausser Judas sind also noch weitere fünf Apostel nicht nach Galiläa gegangen. Sie blieben weiterhin versteckt und haben folglich den auferstandenen Jesus nicht gesehen.

Aber

   sechs Apostel haben ihn gesehen und nach ihnen noch viele Christen bis heute hin. Aus denen, die Jesus gesehen haben (damals wie heute) besteht die Kirche. Ihnen verdanken wir, dass es heute z.B. Menschenrechte und vieles mehr, was legitim ist, gibt. Leider gibt es immer noch zu viele (auch sogenannte Christen), die von Jesus nichts gesehen haben und folglich auf Unrecht und Ungerechtigkeiten weiterhin bestehen.

Jesus sagte zu den Frauen: „Sagt den Jüngern, sie sollen nach Galiläa gehen, dort werden sie mich sehen“ (Mt,28,10)

Aber

   Die Geschichte zeigt uns, dass Jesu Jünger in der Gesellschaft – wie Hefe im Brotteig – ständig daran arbeiten, damit, was legitim ist, auch einmal legal (also Gesetz) wird. Sehr viel Legitimes ist heute schon Gesetz. Man könnte unzählig viele Beispiele aufzählen: Anrecht auf Seelsorge, auf freien Glauben, auf gerechten Lohn bei der Arbeit, auf Fürsorge im Alter und bei Krankheit und so viel Gutes mehr.

Aber

   Es gibt immer noch viel zu tun für den auferstandenen Jesus. Deswegen sollen – auch heute noch – Jesu Jünger nach Galiläa gehen, denn nur dort werden sie Jesus sehen.

Wo liegt Galiläa?

   Das damalige Galiläa lag im Norden an der Grenze zu Assyrien (etwa 15O Km von Jerusalem entfernt und man brauchte vier bis fünf Tage, um dahin zu kommen).

Was bedeutet Galiläa?

   Damals war dort eine politische Gruppe entstanden, die gegen die Diktatur von Rom kämpfte. Sie tat es mit allen Gemeinheiten, die man sich ausdenken konnte. Wer darunter litt, war die Bevölkerung, nicht nur aber besonders die Armen, die Kranken, die Alten, die Frauen und die Kinder.

Wo ist heute das Galiläa?

   Wo leiden heute die Menschen? Der Graf von Zinzendorf, das war der, der mit den Herrnhuter Losungen angefangen hat, die wir heute noch täglich als Losungsbuch (als Senhas  Diárias) h a b e n . D i e s e r Zinzendorf meinte, dass Galiläa zu seiner Zeit im heutigen Surinam, also in Südamerika, läge. Seinen Missionaren sagte er: Geht nur in die Sklavenunterkünfte, denn dort ist Galiläa. Geht nicht zu den Herren, die nur Unrecht tun.

   Wo leiden heute die Menschen? Ludwig Harms, der Gründer der Hermannsburger Mission, blickte nach dem heutigen Äthiopien. Dort galten die heutigen Oromo als Galla, das heiβt Halbmenschen. Das sah er als das Galiläa seiner Zeit. Zu ihnen sandte er seine Missionare, damit sie sich als Menschen, als Kinder Gottes fühlen durften.

   Wo leiden heute die Menschen? Allgemein bekannt wurde der Arzt, Musiker und Pfarrer Albert Schweitzer, der nach Afrika ging, um dort in Lambarene den verachteten Negern ein echter Bruder zu werden.

   Wo leiden heute die Menschen? Friedrich von Bodelschwingh sah, dass geistig und körperlich behinderte Menschen zu Hause versteckt wurden, weil die Angehörigen ihretwegen verachtet wurden und sich ihrer schämten. Für die Behinderten war dies grausam. Er ging zu ihnen. Heute ist daraus der Stadtteil Bethel entstanden mit vielen tausend Behinderten, die dort Liebe und Anerkennung finden.

   Wo leiden heute die Menschen? Immer dann, wenn Christen sich mit dieser Frage auseinandersetzen, zeigt Gott ihnen ihr ganz spezielles Galiläa. Und wenn sie dann hingehen, dann erleben (sehen) sie dort Jesus. Dann erlebt die Kirche einen neuen Aufschwung, dann geschieht in der Welt ein neues Denken, das offen ist für Leid, Not und Gerechtigkeit.

Wo leiden heute Menschen unter Unrecht?

   Leider gibt es da heute noch viel zu viele Galiläas. Und das nicht nur in Syrien (das ja ganz in der Nähe beim damaligen Galiläa liegt).

Und was sollen wir in dem jeweiligen Galiläa?

   Bei anderer Gelegenheit meinte Jesus einmal (Mt 10,19): Macht euch keine Sorgen, was ihr dort tun oder reden sollt, der Heilige Geist wird es euch schon zur rechten Zeit sagen – Hauptsache, ihr seid in Galiläa, seid dort, wo Menschen leiden.

Und

   Gott sei es gedankt, dass es immer viele Christen gab und noch heute gibt, die sich an die Seite der Menschen stellen, die – aus welchem Grund auch immer – leiden müssen.

Und

   Gott sei gedankt, dass immer wieder Menschen es erleben dürfen, den auferstandenen Jesus zu sehen und damit die Kirche erhalten.

 

Pfarrer
Helmut Burger

 

 

 

 

 

 

 

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