Jornal Evangélico Luterano

Ano 2016 | número 801

Segunda-feira, 26 de Julho de 2021

Porto Alegre / RS - 20:19

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Gott in natürlicher Größe

   Als wir eines Tages die historischen Städte von Minas Gerais besuchten, da fanden wir an einer Kirche den Hinweis, dass dort Gott in natürlicher Größe zu sehen sei.

    Aber kann man sich Gott vorstellen? Kann man wissen wie Gott aussieht?

   Diese Frage wurde einmal in der Schule Kindern der ersten Klassen gestellt und die Kinder haben dazu eine ganze Menge gesagt. Ich erzähle jetzt einmal ein paar Antworten: Ein Kind meinte: “Ich kann mir Gott vorstellen. Gott ist groß und mächtig, größer und mächtiger als wir”.

   Ein anderes Kind war schon etwas vorsichtiger, es sagte: “Ich kann mir Gott ein ganz klein bisschen vorstellen”. Ein anderes: “Ich kann mir Gott nicht vorstellen, weil ich ihn ja nicht sehen kann.” Die Maler haben ja den lieben Gott immer wieder gemalt. Aber jeder Maler hat ihn anders gemalt, weil die Maler nämlich auch nicht wussten wie Gott aussieht. Also wie er im Gesicht aussieht, das weiß man nicht genau. Und ein Junge sagte: “Nur der Herr Jesus hat gewusst, wie Gott aussieht. Aber der hat ihn nicht gemalt”.

Als der Vater seinen Sohn von weitem kommen sah, lief er ihm entgegen, voller Mitleid , fiel ihn um den Hals und küsste ihn.... Dieser mein Sohn hier war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wieder gefunden. Und sie begannen zu feiern.... Lukas 15, 11-24

   In diesen Kinderantworten wurde ja eigentlich schon viel Richtiges gesagt. Diese Frage wie Gott aussieht , oder wo er wohnt, die haben sich die Menschen schon immer gestellt und immer wollten sie es ganz genau wissen. Aber trotzdem müssen wir sagen: Wir können uns Gott nicht vorstellen. Wir wissen nicht wie er aussieht, wie können ihn nicht fotografieren.

  Der Einzige, der sehr viel über Gott wusste, war Jesus. Aber auch Jesus hat den Menschen nie erzählt wie Gott aussieht. Sondern er hat ihnen immer gesagt, wie Gott zu den Menschen ist. Und er hat es den Menschen oft mit Geschichten erklärt. Er hat ihnen Geschichten erzählt, in denen vorkam wie Gott ist. Das waren Geschichten von Menschen. Und so eine Geschichte ist die Erzählung von dem Vater mit den zwei Söhnen. Am meisten bekannt als das ‘Gleichnis vom verlorenen Sohn’.

   Was will uns Jesus mit dieser Geschichte erklären? Gott ist zu uns Menschen, so wie dieser gute Vater. Der Vater des Gleichnisses ist großzügig. Er lässt seinen Sohn ziehen. So ist Gott zu uns. Gott ist zu uns auch großzügig. Er lässt uns unser Leben, so leben, wie wir meinen.

   Das Erbteil, das wir von Gott haben ist unser Leben mit allem Drum und Dran. Er gibt uns unsere Eltern, er gibt uns unsere Kinder. Er gibt uns Menschen, die sich um uns sorgen. Oder meinen wir, wir h ä t t e n das aus uns selbst? Meinen wir vielleicht Gesundheit und Lebenskraft könnten wir selbst garantieren? Wie schmerzhaft mussten das manche von uns erfahren, was es heißt Krankheit zu ertragen. Und doch gibt uns Gott auch die Kraft dazu, auch dann wenn wir meinen an die Grenze unserer Kraft gekommen zu sein. Meinen wir die Zukunft unserer Kinder allein garantieren zu können? Durch unsere Erziehung oder Vorsorge für die Zukunft. Wie oft müssen wir auch hier unsere Grenzen erkennen. Und wie oft sind wir ratlos.

   Das Leben, das Gott uns schenkt, bedeutet viel mehr, als das, was wir tun und leisten können. Das wird uns vor allem dann bewusst, wenn wir einen lieben Menschen plötzlich nicht mehr bei uns haben.

   Der Vater in dieser Geschichte wartet auf seinen Sohn. Auch Gott wartet auf uns Menschen. Und wir wissen, dass wir jederzeit zu ihm kommen können, dass er immer für uns da ist. Er nimmt uns immer wieder auf, ohne Bedingungen zu stellen. Er schenkt uns jeden neuen Tag, bedingungslos. Und es bleibt uns die Frage: Wie gehen wir mit unserem Erbteil um? Wie gehen wir mit unserem Leben um? Merkt man uns etwas an von dieser Liebe, die Gott, unser Vater uns jeden Tag neu schenkt?

   Wie oft ist uns manches zu viel: Den Kindern die Schule, den Eltern die Fahrerei, vielleicht sogar die Kinder; die Arbeit, unsere Stadt mit ihren Problemen. Sollten wir nicht dankbarer sein schon für kleine Dinge, die wir erleben, in der Familie, im Zusammenleben mit anderen, in der Gemeinde. Dankbar für die Menschen, die für uns da sind, die uns vielleicht manchmal ertragen müssen mit unseren Launen.

   Sicher haben wir auch Grund genug, Gott um Verzeihung zu bitten. Und Gott vergibt uns, denn er hat uns lieb. Diese Vergebung wird uns im Gottesdienst konkret im Abendmahl angeboten. Wir brauchen davon nur Gebrauch zu machen. Es will uns stärken für unseren weiteren Lebensweg. Es will uns frei und froh machen.

   Vielleicht merken wir jetzt, wie die Fragen nach dem Aussehen Gottes, die wir nicht beantworten konnten, eigentlich gar nicht mehr so wichtig sind, denn wir wissen: Gott ist zu uns Menschen großzügig, geduldig und Gott ist gut zu uns.

Pfarrer
Martin Hiltel

 

Pfarrer
Martin Hiltel

 

 

 

 

 

 

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