Wurzeln und Flügel

02/10/2007


In meiner Heimat, im Allgäu, ganz im Süden Deutschlands, erblühen im Frühling die Wiesen in strahlendem Gelb. Löwenzahn heißt die Blume, die nur ganz kurz blüht. Der Löwenzahn wird zur Pusteblume. Dann sind die Wiesen weiß und bald ist die ganze Luft voll von Samen, die wie an kleinen Fallschirmen hängend durch die Gegend fliegen, um irgendwo, weit weg von ihrem Ursprung eine neue Pflanze entstehen zu lassen. Was nur wenige Leute wissen: Die Wurzeln des Löwenzahn reichen bis zu zwei Meter tief in die Erde.

 

Der Löwenzahn kann so zu einem Symbol werden, das eine tiefe Wahrheit ausdrückt: Wer feste Wurzeln hat, der kann leichter loslassen und abgeben. Das trifft für Abschiede ebenso zu wie für Trauer, für Neuanfänge ebenso wie für Krisen und Brüche. Ein Mensch, der fest verwurzelt ist, kommt besser vorwärts. Das klingt wie ein Widerspruch, leuchtet aber ein, wenn wir die Wurzel verstehen als das Vertrauen: Vertrauen in das Leben, Vertrauen in das Gute, Vertrauen in Gott. Wer solches Vertrauen hat, der steht fest im Leben und ist gleichzeitig beweglich im Geiste. Die Übersetzer der Bibel haben das griechische Wort für Vertrauen mit „Glauben“ wiedergegeben.


Johann Wolfgang von Goethe soll gesagt haben: „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel.“


Wurzeln und Flügel wünsche ich Ihnen allen.

P. Jörn Foth



 



Autor(a): Paróquia Santo Amaro
Âmbito: IECLB / Sinodo: Sudeste / Paróquia: Santo Amaro (São Paulo-SP)
Natureza do Texto: Pregação/meditação
Perfil do Texto: Meditação
ID: 8301
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